
Vor gut zwei Monaten hatten Veröffentlichungen auf der von Schülern genutzten Internetplattform www.isharegossip.com etliche Schlagzeilen ausgelöst. Die anonym verbreiteten Ankündigungen von Gewalttaten führten zu leeren Klassenzimmern an zwei Schulen – dem Hans-Carossa-Gymnasium in Kladow und dem Schadow-Gymnasium in Zehlendorf; die Mobbingattacken gegen eine Schülerin hatten sogar zur Folge, dass ihr Freund von einer Gruppe von 20 Jugendlichen bewusstlos geprügelt wurde. Gegen die Schläger ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft.
Auch wenn es Besorgnis ist, die die Eltern in die Kurse treibt, der Sozialpsychologe Frank Tripp will auch für mehr Begeisterung werben. „Ihre Kinder werden das Internet erkunden. So viel ist sicher“, sagt Tripp bei einem Elternabend zum Thema Kinder im Internet in der Wald-Grundschule in Charlottenburg. Man könne ihnen aber ein Begleiter sein. „Finden sie heraus, was ihre Kinder so toll am Internet finden.“ Sechs Stunden verteilt auf drei Tage hat Tripp Zeit, seine Seminarteilnehmer auf diese Entdeckungstour vorzubereiten. [...] Erste Reaktionen sind positiv. „Ich habe gemerkt, dass ich doch nicht ganz machtlos bin“, resümiert eine der Teilnehmerinnen nach der Veranstaltung. Wirklich beruhigt sei sie aber nicht. Zu Recht, wie Tripp bemerkt. Cybermobbing könne anonym überall und jederzeit stattfinden. Längst nicht nur auf isharegossip. Wichtig sei, die Schüler damit nicht allein zu lassen. Schon deshalb sollten Eltern wissen, wovon ihre Kinder sprechen, wenn von Social Networks, Chats und Browser Games die Rede ist, sagt Tripp.
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