Was tun bei Cybermobbing?

Was tun bei Cybermobbing

Ein Viertel der Schüler, die sich in sozialen Netzwerken bewegen, haben bereits erlebt, dass jemand online gemobbt wurde.

  1. Was ist Cybermobbing?
  2. Sinn von Cybermobbing
  3. Auslöser für Cybermobbing
  4. Was können Opfer tun?
  5. Wie sieht die Gesetzlage aus?
  6. Wo bekommt man Hilfe?
  7. Was tut Dolphin Secure gegen Cybermobbing?
  8. Links zum Thema
  9. Film “Netzangriff”

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing beschreibt das Beleidigen, Bloßstellen, Bedrohen oder Belästigen anderer mittels moderner Kommunikationsmittel – häufig über einen längeren Zeitraum. Cybermobbing findet im Internet (z.B. via Instant Messenger, E-Mails, sozialen Netzwerken, Videos) oder per Handy (z.B. durch lästige Anrufe oder SMS) statt. In den meisten Fällen agiert der Täter anonym, sodass das Opfer nicht ermitteln kann, von wem die Angriffe stammen.

Beim Cybermobbing unter Kindern kennen sich Opfer und Täter meist auch in der „realen“ Welt, z.B. aus der Schule oder dem Sportverein. Während Mobbing der Schule früher mit dem täglichen Schulschluss endete, geht er in der heutigen digitalen Welt online weiter, auf sozialene Netzwerken oder Instant Messengern. Derartige Nachrichten, die elektronisch verbreitet werden, sind darüber hinaus nur schwer zu kontrollieren. Emails können spielend weitergeleitet oder Videos zusätzlich auf einem anderen Portal veröffentlicht werden. Daher ist das Ausmaß von Cybermobbing erheblich größer und schwerer greifbar als die konventionellen Pöbeleien auf dem Schulhof.

Natürlich gab es Mobbing auch schon vor dem Internetzeitalter. In der Anne Will Sendung vom 19. Oktober 2011 wurde das Thema Cybermobbing aufgegriffen. Einer der Gäste war die Lobbyistin Anke Domscheidt-Berg, die dazu etwas sehr wichtiges sagte. Das Verhalten, jemanden öffentlich fertig zu machen, ist in der heutigen Gesellschaft weitgehend akzeptiert ist, so Domscheidt-Berg. Schließlich gibt es die Bild-Zeitung, in der tagtäglich beleidigende und diffamierende Artikel veröffentlicht werden. Das ist gesellschaftlicher Standard und spiegelt sich eben auch im Verhalten der Kinder wider, meint Domscheidt-Berg. Daher wird Aufklärung und Vermittlung von Medienkompetenz mehr denn je wichtiger.

Sinn von Cybermobbing

Was versprechen sich die Täter vom Online-Mobbing ihrer Opfer?

  • Mobbing wird als Ventil für angestaute Aggressionen verwendet.
  • Es dient dazu, sich einen angestrebten Ruf zu verschaffen, z.B. „cool“ sein.
  • Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, da Mobbing häufig in der Gruppe stattfindet.
  • Mobbing wird eingesetzt, um zu verdeutlichen, wer „das Sagen hat“.
  • Häufig spielen auch Versagensängste oder die eigene Angst vor Mobbing eine Rolle.

Auslöser für Cybermobbing

Mögliche Anlässe für Cybermobbing sind vielfältig.

  • Mobbing gehört in vielen Fällen zum alltäglichen Umgang in einer Gruppe. Das Verhalten wird toleriert und bleibt ohne Konsequenzen.
  • Cybermobbing passiert aus Langeweile, z.B. wird ein Foto eines Mitschülers auf Facebook negativ kommentiert, woraus sich ein Streit entfacht, der immer weitere Kreise zieht.
  • Konflikte zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Nationalitäten können ebenfalls ein Auslöser sein.
  • Bestehende Probleme innerhalb des Klassenverbandes verlagern sich ins Netz. Der Streber wird nicht nur in der Schule, sondern auch auf SchülerVZ und Co. gemobbt.
  • Hass– und Rachegefühle durch das Auseinanderbrechen von Freundschaften.
  • Neue Schüler werden in bestehende Klassen versetzt, wodurch Spannungen entstehen können.
  • Die (teilweise unbeabsichtigte) Weitergabe von persönlichen Details oder intimen Fotos und Videos, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Kinder sind sich häufig nicht bewusst, wie verletzend eine derartige Bloßstellung für das Opfer sein kann.

Was kann man nun tun, wenn man Opfer von Cybermobbing ist?

Den Mobber sperren
In den meisten sozialen Netzwerken hat man die Möglichkeit, jemanden zu sperren oder zu melden. Von diesem Feature sollte Gebrauch gemacht werden. Bei schülerVZ gibt es unter dem Profilbild den Link „Nutzer melden oder ignorieren“, bei Facebook gibt es einen derartigen Link auf der linken Seite unter der Freundesliste auf dem jeweiligen Profil. Das Blockieren sorgt dafür, dass bestimmte Personen das eigene Profil nicht sehen können, nicht danach suchen können und die eventuell bestehende Freundschaft aufgehoben wird. Das Blockieren erfolgt stets gegenseitig, d.h. die Person wird für einen selbst ebenfalls unsichtbar.

Text Text

Auch bei ICQ und Co. kann man festlegen, von wem man Nachrichten erhalten möchte. Im Idealfall sollte man auch hier nur Nachrichten von Kontakten aus der eigene Freundesliste auswählen. Als letzten Ausweg kann man auch seine Kontakt-Details, wie Benutzername oder IMnummer, ändern, um unerwünschte Nachrichten zu vermeiden.

Nicht antworten
Auch wenn es schwer fällt, sollte man auf beleidigende oder unangenehme Nachrichten nicht reagieren. Eine Reaktion gibt dem Mobber Bestätigung in seinem Tun.

Beweise sichern
Fertige Kopien und Screenshots von unangenehmen Nachrichten, Bildern und Online-Gesprächen an.

Darüber reden
Wenn ein Kind im Internet oder über das Handy gemobbt wird, kann es dies nur schwer allein bewältigen. Daher hilft auch hier ein Gespräch mit einem Erwachsenen, Lehrer und Freunden.

Um Hilfe zu erhalten, kann man Folgendes tun

  • Freunden davon berichten
  • Einen Erwachsenen einschalten, der dabei helfen kann, den Sachverhalt am richtigen Ort zu berichten
  • Das Problem in einer Anti-Mobbing Gruppe berichten (bei SchülerVZ z.B. die “Respekt im Netz-Gruppe”)
  • Die Nummer gegen Kummer unter 0800 / 111 0 333 oder 116 111 (Montag bis Samstag von 14–20 Uhr) anrufen
  • Alternativ gibt es bei der Nummer gegen Kummer auch eine Email-Beratung (www.nummergegenkummer.de)
  • Den (Vertrauens-)Lehrer um Hilfe und Unterstützung bitten, gerade wenn man das Gefühl hat, der Täter kommt aus der eigenen Schule. Er kann die Person, die mobbt, zur Rede stellen.
  • Die Polizei informieren, wenn das Cybermobbing ernst ist und ein bspw. sogar eine Morddrohung vorliegt.

Wie sieht die Gesetzlage aus?

Cybermobbing als solches wird vom Gesetzgeber noch nicht als Straftat angesehen. Nichtsdestotrotz gibt es einige Tatbestände, die durchaus im Strafgesetzbuch oder im BGB geregelt sind, wie z.B. Rufmord oder das Recht am eigenen Bild. Zunächst muss man sich jedoch die Frage stellen, ob das Mobbing öffentlich (z.B. in auf dem eigenen Profil in einem sozialen Netzwerk) oder geschlossen (direkt per E-Mail) stattfindet.

Öffentlich:

  • Werden bspw. Videos oder Fotos ohne Zustimmung verbreitet, mit denen das “Opfer” nicht einverstanden ist, gilt hier das „Recht am eigenen Bild“.
  • Werden in sozialen Netzwerken, Foren oder Blogs Unwahrheiten veröffentlicht oder Beleidigungen veröffentlicht, kann man auf Unterlassung klagen oder gar eine Strafanzeige wegen
    übler Nachrede oder Verleumndung erstatten.

Geschlossen:

  • Wird man fortwährend via Instant Messenger, SMS oder E-Mail beleidigt, gilt in einigen Fällen das Anti-Stalking Gesetz.

Insgesamt gilt: Erpressung, Nötigung oder Drohung, egal ob öffentlich oder privat, sind Straftatbestände! Solche Taten sollten sofort, am besten der Polizei, gemeldet werden.

Wo bekommt man Hilfe?

Nummer gegen Kummer
Das „Kinder- und Jugendtelefon“ von Nummer gegen Kummer e.V. bietet Hilfestellungen und ein offenes Ohr zu Problemen im Internet. Von Montag – Samstag von 14–20 Uhr stehen Berater unter der Nummer 0800 – 111 0 333 oder unter 116 111 mit Rat und Tat zur Seite und leisten konkrete Hilfe bei Cybermobbing, aber auch bei anderen Problemen wie Abzocke, sexuelle Belästigung im Chat, Computer-Spielsucht, Pornografie oder jugendgefährdende Inhalte im Allgemeinen. Alle Anrufe erfolgen anonym und sind kostenlos. Darüber hinaus gibt es auch eine Beratung per E-Mail. www.nummergegenkummer.de

Nummer gegen Kummer e.V. bietet unter der Nummer 0800 -111 0 550 auch Hilfestellungen für Eltern. Von Mo–Fr zwischen 9–11 Uhr sowie Di-Do zwischen 17–19 Uhr können Eltern ebenfalls kostenfrei und anonym Fragen stellen. Weitere Informationen

Polizei
Bei der örtlichen Polizei-Dienststelle oder online unter
www.polizei-beratung.de.

Juuuport
Auf www.juuuport.de beraten Jugendliche andere Jugendliche zu allen Themen aus dem Bereich Medien. Kinder und Jugendliche können im Forum oder per E-Mail die Scouts von juuuport kontaktieren.

BKE – Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.
Online-Beratung für Kinder / Jugendliche und für Eltern.
www.bke-beratung.de

Was tut Dolphin Secure gegen Cybermobbing?

In der Dolphin Secure Kinder-Community kann niemand hinter einem vermeintlich harmlosen Benutzernamen sein Unwesen treiben. Um sich anmelden zu können, ist ein 3-stufiger Prozess notwendig, bestehend aus der Bestellung mit gültiger EC- oder Kreditkarte, Versand mittels DHL Ident und der Registrierung des Fingerabdrucks.

Die Anmeldung in der Kinder-Community kann zwar auch mit einem Passwort geschehen, dann kann jedoch keinerlei Kommunikation mit anderen Kindern stattfinden. Nur wer sich mit seinem Fingerabdruck anmeldet, kann chatten oder etwas auf die Pinnwand schreiben. Weitere Informationen zur Identifikation

Weiterführende Links

Allgemeines

Links für Kinder und Jugendliche

Der Film “Netzangriff”

Im Film “Netzangriff” aus der KiKa-Reihe krimi.de geht um das Thema “Cybermobbing”. Im Film wird die 16-jährige Schülerin Clara damit konfrontiert, als sie ihr Handy verliert. Plötzlich tauchen pivate Fotos, die auf ihrem Handy gespeichert waren, im Netz auf und sie wird zum Gespött der ganzen Schule.

Weitere Informationen zum Film “Netzangriff”

Kontakt: