Gefahren im Internet

Eltern müssen sich darüber bewusst sein, dass das Internet eine Parallelwelt darstellt ‒ mit all seinen Schattenseiten. Wie in der realen Welt gibt es auch hier Orte und Winkel, vor denen Kinder von Grund auf geschützt werden müssen. Die möglichen Fallen, in die ein Kind tappen kann, sind zahlreich.

1. Kinder surfen ziellos – bis hin zu gefährlichen Webseiten.

Anders als die meisten Erwachsenen, die ihre Suchanfragen zielgerichtet und genau stellen können, surfen Kinder gerne „querfeldein“ durch das Netz. Aus Neugierde, aus Spaß oder um Hausaufgaben zu recherchieren.

Oft sind die Suchanfragen umgangssprachlich formuliert und enthalten Schreibfehler. Gerade jüngere Kinder haben sehr spezielle Fragen und tragen diese häufig in ganzen Sätzen in das Suchfeld ein ‒ in der Hoffnung auf eine direkte Antwort. Die Wahrscheinlichkeit, bei Eingaben wie „Was ist Krieg?“ oder „Ich suche ein spannendes Buch“ auf kindergerechte Erklärungen zu stoßen, ist gering. Dafür passiert es schnell, dass sie dabei auf Seiten stoßen, die für Kinder vollkommen ungeeignet sind: die sie verstören, beängstigen und schwierig zu verstehen sind.

Selbst über Kinder-Suchmaschinen ist es möglich, durch ein paar Klicks auf Seiten mit problematischen Inhalten zu stoßen, wie etwa pornografische oder gewaltverherrlichende Seiten, rechtsextremistische Propaganda, Bulimie- oder sogar Suizidforen. Die Konfrontation mit derartigen Inhalten beeinflusst Kinder erheblich in ihrer Entwicklung, da sie sehr häufig emotional oder intellektuell noch nicht so weit sind, solche zu verarbeiten. Schwere psychische Störungen können entstehen.

2. Anonymität bringt auch falsche Freunde

Kinder treffen in Chats auf Erwachsene

Soziale Netzwerke sind auch für Kinder reizvoll: Welche Hobbies hat Marie? Gibt es neue Fotos von Robin? Hat jemand die gleichen Probleme wie ich? Es ist auch mittlerweile üblich, im Internet neue Freundschaften zu knüpfen. Leider ist dabei nicht erkennbar, ob sich hinter harmlosen Benutzernamen wie „Blinky“ oder „Spongebob98“ wirklich ein gleichaltriger Junge oder doch ein pädophiler Erwachsener verbirgt. Täter wissen, wie leichtgläubig Kinder mit ihren persönlichen Daten und Gedanken umgehen und erschleichen sich in den Foren ihr Vertrauen. So kommen manchmal sogar persönliche Treffen zustande, von denen die Eltern nichts erfahren.

Auch moderierte Kinderchats können dieses Vorgehen nicht kontrollieren, da sich jeder unter falschem Namen registrieren kann – auch ein Erwachsener.

3. Cyber-Mobbing – was ist das denn?

Wie oft bist du in den letzten zwei Monaten Opfer von Cyber-Mobbing gewesen?

Cybermobbing

Schulhofgelächter über „Paule ist so dumm wie Brot“ und „Da kommt Toni Tonne“ war gestern. Heute gibt es sogenannte „Hass-Seiten“ wie „Ich-hasse-Thomas-Erler.de“, auf denen jeder öffentlich runtergemacht werden kann. Ein Kind, das so eine Seite über sich oder einen Freund/eine Freundin entdeckt, wird bis ins Mark getroffen und kann sich nicht einmal wehren. Auch die anonymen Benutzernamen in Internetforen verhindern, dass jemand zur Rechenschaft gezogen werden kann: Es weiß ja niemand, dass „Superman2011“ eigentlich Julia aus der 10c der Arnold-Zweig-Schule in Ansbach ist, die eine Mitschülerin auf gemeinste Weise beschimpft – und deshalb hat sie auch nichts zu befürchten.

Chats und Foren werden außerdem gerne genutzt, um Gerüchte und Lügen zu streuen. Mit dem großen Unterschied, dass nicht, wie im realen Leben, nur ein kleiner Teil diese unschönen Bloßstellungen verfolgt, sondern gleich ein riesiges Netzwerk. Und das sozusagen bis in alle Ewigkeit, denn das Internet vergisst nicht. Was einmal gepostet wurde, kann millionenfach kopiert und weiterverbreitet werden. So ist auch das sorglose Hochladen von Fotos eine Gefahrenquelle für Kinder. Peinliche Situationen werden mit Handykameras festgehalten und der Öffentlichkeit über Videoplattformen preisgegeben. Die Opfer haben meistens keine Chance, sich zu rechtfertigen oder die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen. Zurück bleiben verzweifelte Kinder und Jugendliche, die sich schämen, ihren ahnungslosen Eltern von ihren Sorgen zu berichten.

4. Spiel mit ‒ und gib mir deine Daten!

Für kommerzielle Anbieter sind Kinder lediglich die Kunden von morgen. Mit bunten und für Kinderaugen verführerischen Webseiten locken sie bereits die Kleinsten, um sie an ihre Produkte zu binden.

  • Spiele transportieren häufig subtile Werbebotschaften und Produktinformationen.
  • In allgemeinen Inhalten, Communities, Chats oder Clubs werden geschickt Shops und Gewinnspiele „versteckt“.
  • Geschaltete Werbung ist trotz der vorgeschriebenen Kennzeichnung für Kinder oft als solche nicht zu erkennen. Sie werden verwirrt, finden die Funktion zum Schließen des Banners nicht oder vermuten hinter den lustig anmutenden Bildern keine Werbung.
  • Verlockende Gratisangebote entpuppen sich häufig als Kostenfallen – auf die im Übrigen auch Erwachsene noch häufig hereinfallen.
  • Kinder werden durch E-Cards oder Weiterempfehlung der Seite oder des Produkts als kostenloser, vertrauenswürdiger Werbebotschafter missbraucht.
  • Kinder werden aufgefordert, an Gewinnspielen teilzunehmen oder sich für ein bestimmtes Spiel zu registrieren und ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Mit diesen Daten lassen sich Konsumentenprofile zur Produktentwicklung und Verkaufsförderung erstellen. Oftmals werden die Kontaktdaten auch untereinander zu Werbezwecken gehandelt.

Durch ihre geringe Erfahrung können Kinder diese Strategien nicht durchschauen und benötigen die Hilfe von Eltern und Lehrern, um nicht in die Falle zu gehen .

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